Das Turnier heute hat mir keine schlaflose Nacht verursacht. Sonst spule ich Tanzfolgen ab und „übe" kritische Phasen. Manchmal suchen mich auch Erinnerungen an Momente heim, in denen Tanzen nicht unbedingt Freude bereitete... Diesmal keine Bauchschmerzen. Ganz entspannt kann ich a ls Zuschauerin das Turnier genießen. Oder besser gesagt: könnte ich. Der Saal pulsiert. Im Wechsel Tanzmusik und Durchsagen der Moderatoren. Die Damen in schwingenden, kristallbesetzten Kleidern, farbenprächtig, mit elegant drapierten Frisuren, glitzerndem Schmuck. Die Augen funkeln vor Aufregung. Im Kontrast dazu gelassene Herren, würdevoll befrackt, schlicht in Schwarz-Weiß. Das Publikum feuert an, klatscht im Rhythmus, spendet frenetischen Beifall, tobt. Alle lassen sich mitreißen - nur ich nicht. Bei mir springt der Funke nicht über. Was ist los? Ein Anflug von Schwermut? Unwillkürlich kommt mir Kafkas Parabel „Auf der Galerie“ in den Sinn. Kafka entwirft darin eine Zirkusszene in zwei Varianten: zu...
Betrachtungen zum Tanzsport