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Quand je danse, je danse; quand je dors, je dors. - Wenn ich tanze, tanze ich; wenn ich schlafe, schlafe ich. Das versteht sich doch von selbst – möchte man meinen. Mit dieser scheinbar simplen Aussage möchte Montaigne, der berühmte Essayist und Philosoph, den Leser stutzig machen und so seine Aufmerksamkeit gewinnen. (Montaigne, „De l’expérience“, in: Essais, Livre III, 1588) Als Ratgeber - heute wäre er vielleicht ein Influencer - sucht er Antworten auf die drängenden Fragen seiner Zeit, in der Pest und Religionskriege, und damit der Tod, allgegenwärtig waren. Wie kann man dennoch glücklich werden? Wie gelingt ein gutes Leben? Manche würden sagen, man solle sich ablenken, betäuben, um der Härte des Lebens zu entkommen. Montaigne schlägt das genaue Gegenteil vor. Auf die Länge des Lebens hat er natürlich keinen Einfluss. Deshalb setzt er bei der Tiefe des Lebens an. Statt dem Leben davonzulaufen, soll man ins Hier und Jetzt eintauchen und mit allen Sinnen bewusst leben. Wenn wir ...